Kategorie-Archiv: Leser*innenbrief

Leserinnenbrief

Info / Stellungnahme zur Wilhelm-Dürr-Staße

Über meine Bauherrschaft der Wilhelm-Str. 6 kenne ich die Bausubstanz gut:
Aus architektonischer Sicht sind die Häuser wunderbar, aber auch wunderbar klein, für Leute mit ganz geringem Einkommen geplant und gebaut, große Gärten; Hühnerställe, Waschhäuschen runden das Bild ab.
Die Baukosten waren sicher nicht hoch und doch gibt es ein sehr innovatives Detail an den Häusern, das ist das zweischalige Mauerwerkverbundsytem, eine technische Glanzleistung bis heute, durch die eingeschlossene Luft mit dem Ziegelmauerwerk ergibt ein sehr gute Isolierung und durch das gewählte Material, gebrannter Ton als Pufferspeicher ergibt sich eine besondere und vorteilhafte Wirkung auf das Raumklima, auch was die Regulierung der Luftfeuchtigkeit angeht, hier ein Wärmedämmverbundsystem aufzukleben wäre ein Sünde.
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Leser*innenbrief: Wiehre für alle ODER Wiehre für uns allein?

Sehr geehrte Vorstandsmitglieder*innen des Bürgervereins Oberwiehre-Waldsee e.V., mit völligem Unverständnis nehme ich Ihre Position zu dem geplanten Neubauvorhaben der Familienheim-Genossenschaft in der Quäkerstraße wahr. Anstatt froh zu sein, dass auch in unserem Stadtteil Wiehre endlich etwas getan wird, um mehr bezahlbaren Wohnraum für Familien und auch alte Leute zu schaffen, unterstützen Sie mit Ihrem Verein die Prüfung einer Erhaltungssatzung für den Wohnbestand des Familienheims. Sie machen sich damit leider sehr unkritisch die Verweigerungshaltung der sogenannten Mieterinitiative „Wiehre für alle“ zu eigen, die sich in egoistischer Weise jeglichen Dialogs und Kompromisses mit dem Familienheim verweigert. Sie nennen sich zwar „Wiehre für alle“, aber meinen eigentlich nur sich selbst damit, da sie vorübergehend (!) aus ihren Wohnungen ausziehen müssten für den Neubau. Das ganze würde zwar unter traumhaften Bedingungen geschehen, wie sie sonst wohl kaum ein Unternehmen auf dem freien Wohnungsmarkt bieten würde (Umzugskosten werden übernommen – Wiedereinzug garantiert – KEINE Mietsteigerungen nach dem Rückzug in die NEUEN Wohnungen usw.), aber es geht der Initiative offenbar nicht darum, sondern nur um ihr „angestammtes Wohnrecht“ in diesen Häusern. Dabei ist Ihnen jedes Mittel recht und sie schießen über die Medien dann auch gerne mal mit politischen Kanonen wie „Gentrifizierung“ und einer von der Initiative selbst (!) durchgeführten sogenannten „Sozialdatenerhebung“ auf den Genossenschafts-Spatzen „Familienheim“. Wahrscheinlich lachen sich Sauer, Unmüßig und Co. dabei ins Fäustchen, wenn sie mitverfolgen, wie ausgerechnet die Familienheim-Genossenschaft ins Visier der Öffentlichkeit gerät. Mir vergeht da allerdings mittlerweile das Lachen.

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Leserbrief: Gebäude am Schnaitweg

Leserbrief zu unserem Artikel über die Einweihung des neuen Gebäudes am Schnaitweg

Sehr geehrter Herr Lehmann,
Ihr wirklich sachlicher Einweihungsartikel zum Multifunktionsgebäude ist
garniert mit einem retuschierten Bild der Schnaitweg Liegenschaften, auf
dem der durchgehende Zaun komplett im Bild ‚fehlt‘; er ist wahrlich auch
keine gestalterische Zierde um das Gebäude herum. Herr Merkenthalers „großer Wurf“ ist den Einsprüchen der Nachbarn zu verdanken, die ursprünglichen Pläne sahen deutlich anders aus. Alleine die Einnahmen über die Studentenapartments belaufen sich auf 13.920 €  monatliche Miet-Einnahmen + Polizei + Kindergarten! Die Pflege der Grünfläche entlang des Rad- und Fußweges scheint bei diesen Einnahmen allerdings nicht mehr drin zu sein! Und die Verbreiterung der Zufahrt löst das erhebliche Parkproblem auch nicht (Siehe Leserbrief am 16. Juni in der BZ: Schnaitweg: Gibt überhaupt keine Parkmöglichkeiten mehr‘). Danke auch für den wiederholten Hinweis, dass der Schnaitweg zum
Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee gehört – nur, warum hat der Bürgerverein
vor einem Jahr die wochenlange illegale Sperrung des Rad- und Fußwegs
durch eine Baufirma des Multifunktionsgebäudes nicht thematisiert? Sie haben in Ihrem Kerngebiet genug zu tun und dort noch viel größere ‚Baustellen‘. Oder ist der Schnaitweg doch zu weit von Oberwiehre-Waldsee entfernt?

Mit freundlichen Grüßen

Hubert Matt-Willmatt

BIONARA Biomarkt

Geschäftsaufgabe von BIONARA Biomarkt

Mit viel Herzblut haben wir den Biomarkt aufgebaut. Da sich die Biobranche schnell gewandelt hat, ist es für kleinere inhabergeführte Geschäfte immer schwerer geworden, dem Kostendruck und der Konkurrenz standzuhalten. In der Zwischenzeit ist auch der bürokratische Aufwand immens gestiegen. Zudem sind Baumaßnahmen im Stadtviertel Oberwiehre geplant, die zu Einschränkungen führen werden.
Ab 2. Juli Rabattaktion: Aus gegebenem Anlass startet die Rabattaktion 2018 mit 10%. Außer auf Obst, Gemüse und Kühlprodukte. Bis zur Geschäftsaufgabe Ende September wird weiterhin für den täglichen Bedarf gesorgt. Wir bedanken uns bei unseren Kunden für ihre Treue. Leben ist Veränderung, Veränderung ist Leben.“

Ihr BIONARA Team, Fabrikstraße 2, 79102 Freiburg; Rana Meric & Roland Stähle

Leserzuschrift: Umweltverschmutzung durch Kronkorken und Alu-Banderolen

Letztes Jahr habe ich bei meinen Eltern in Stetten a. k. M., einen Bericht in der Zeitung gelesen. „Kronkorken für guten Zweck“ Dort werden Kronkorken gesammelt und recycelt! Der Erlös kommt der Nachsorgeklinik Tannheim zugute. Eine prima Idee und seither sammle ich überall Kronkorken ein!

Am Montag, den 14 Mai, nach der grandiosen Klassenerhalts-Feier beim SC, dachte ich mir, da gibt es einiges zu holen. Aber rund um das Stadion fast alles sauber, ein Lob an das Saubermachteam! Ein Glück ist die Dreisam nicht weit. Innerhalb von gut 1 ½ Stunden habe ich dort 481 Kronkorken und 2,62 Euro in bar gefunden! Für mich unvorstellbar, dass man ein Bier öffnet und den Kronkorken einfach in die Natur schmeißt.
Allein das ist schon schlimm genug, aber dabei ist mir aufgefallen, dass es einige Biersorten mit einer hübschen Alu-Banderole gibt! In der Herstellung extrem teuer und in meinen Augen völlig sinnlos. Diese Banderolen werden auch sinnlos weggeworfen, durch äußere Einflüsse, Steine etc. zerkleinert und gelangen durch Wind und Hochwasser in die Dreisam.
Für die Tiere im Fluss nicht gerade angenehm und mit fatalen Folgen.
Schön wäre eine Sammelstelle oder extra Behälter für Kronkorken an der Dreisam, lässt sich aber eher schlecht realisieren. Es läge mir aber sehr am Herzen, wenn die Brauereien auf die Alu-Banderolen verzichten würden. Dazu benötigt man eine große Lobby und außer dem Bürgerverein müsste man noch den BUND und die Grünen (hier eher Biowein Trinker) darauf aufmerksam machen. Gemeinsam könnte man der Umwelt so viel Gutes tun!

Edgar Straub, Waldsee

Knopfhäusesiedlung – Leserbrief

Berichte in den vergangenen Bürgerblättern über die bevorstehende Sanierung der Knopfhäusle-Sanierung

Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ihren Berichten über die seit langem versprochen/ beabsichtigte Sanierung unserer Knopfhäusle-Siedlung fehlt einiges nicht ganz unwichtiges: Das langjährige hin- und her führt zur Frage, – ist die Sanierung für die Stadtoberen überhaupt erstrebenswert? Noch vor fünf Jahren war aus „wirtschaftlichen Gründen“ vom Abriss die Rede, da für jede Wohnung Sanierungskosten von 60. 000 – 90.000 Euro anfallen würden.(Anlage Artikel von Uwe Mauch im Schwarzwälder Boten 03. 01. 2014) Doch jetzt, wo der Kultur- und Denkmalschutz kaum übergangen werden kann, ist ein Abriss, wie ich hoffe, rechtlich kaum mehr möglich. Was die zukünftige Mietpreisentwicklung angeht erwarte ich kaum gutes. Im Zusammenhang der Erhaltung des Denkmalschutzes darf meines Erachtens nicht verschwiegen werden, dass in den 70er Jahren der Grundstein dafür gelegt wurde. Dies war in der Amtszeit von Eugen Keidel, Oberbürgermeister unserer Stadt von 1962-1982. Der damalige SPD-Stadtrat und Juso Vorsitzende und danach Kulturbürgermeister Thomas Landsberg, sowie Walter Vetter für die ARGE-Stadtbild waren die treibenden Kräfte, die OB Keidel überzeugten einen Denkmalschutz für die Knopfhäusle durchzusetzen (was die heutige SPD wohl vergessen hat).
Wolfgang Schmidt, Anwohner der Knopfhäusle Siedlung

Leserbrief zur Migranten-Patenschaft

„Seit am Ende des Jahres 2015 ein großer Teil der Freiburg zugeteilten Geflüchteten in die Alte Stadthalle eingezogen ist, sind auch wir in engem Kontakt zu einer 10-köpfigen afghanischen Familie.

Mit Unterstützung und kundiger Beratung durch Diakonie, Rotes Kreuz und den Bürgerverein Oberwiehre- Waldsee (Frau Constanze Fetzner) ist es uns gelungen, der Familie zu einem Bleibestatus von zunächst 3 Jahren zu verhelfen. Es waren eine Reihe von Formalitäten zu bewältigen, ebenso konnten wir drei der Teenager-Töchter zu einem Lehrvertrag bzw. zum Hauptschulabschluss und dadurch zum Einstieg in die zweijährige Berufsfachschule verhelfen. Weitere Kinder besuchen in unserem Stadtteil noch das Berthold-Gymnasium und andere Schulen, und auch die Eltern nehmen beide an Alphabetisierungs- und Integrationskursen teil.

Wir sind bereits einen weiten Weg gemeinsam mit unserer Familie gegangen. In schwierigen Phasen haben wir Hilfe unter anderem beim regelmäßigen „Patenstammtisch“ von Frau Fetzner erfahren. Der Austausch dort mit ihr und anderen Engagierten brachte gute Tipps und Gespräche.

Zu unserer großen Freude feierte die Familie kürzlich den 1. Geburtstag ihres jüngsten Sohnes mit der gesamten afghanischen weiblichen (!) Nachbarschaft mit stundenlangem Tanz zu orientalischen Rhythmen und reichhaltig gedeckter Tafel – ein Beispiel von besonderer Lebensfreude und von Integrationswillen – trotz aller noch zu bewältigenden täglichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten.

(Namen sind der Redaktion bekannt)“

Leserbrief zur Migranten-Patenschaft

Seit am Ende des Jahres 2015 ein großer Teil der Freiburg zugeteilten Geflüchteten in die Alte Stadthalle eingezogen ist, sind auch wir in engem Kontakt zu einer 10-köpfigen afghanischen Familie.

Mit Unterstützung und kundiger Beratung durch Diakonie, Rotes Kreuz und den Bürgerverein Oberwiehre- Waldsee (Frau Constanze Fetzner) ist es uns gelungen, der Familie zu einem Bleibestatus von zunächst 3 Jahren zu verhelfen. Es waren eine Reihe von Formalitäten zu bewältigen, ebenso konnten wir drei der Teenager-Töchter zu einem Lehrvertrag bzw. zum Hauptschulabschluss und dadurch zum Einstieg in die zweijährige Berufsfachschule verhelfen. Weitere Kinder besuchen in unserem Stadtteil noch das Berthold-Gymnasium und andere Schulen, und auch die Eltern nehmen beide an Alphabetisierungs- und Integrationskursen teil.

Wir sind bereits einen weiten Weg gemeinsam mit unserer Familie gegangen. In schwierigen Phasen haben wir Hilfe unter anderem beim regelmäßigen „Patenstammtisch“ von Frau Fetzner erfahren. Der Austausch dort mit ihr und anderen Engagierten brachte gute Tipps und Gespräche.

Zu unserer großen Freude feierte die Familie kürzlich den 1. Geburtstag ihres jüngsten Sohnes mit der gesamten afghanischen weiblichen (!) Nachbarschaft mit stundenlangem Tanz zu orientalischen Rhythmen und reichhaltig gedeckter Tafel – ein Beispiel von besonderer Lebensfreude und von Integrationswillen – trotz aller noch zu bewältigenden täglichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten.

(Namen sind der Redaktion bekannt)

Leserbrief

Die Freiburger Kommission zur Überprüfung der Straßennamen, insbesondere unter dem Aspekt eines aggressiven Antisemitismus, hat vorgeschlagen, bei der „Zasiusstraße“ auf einer Zusatztafel den Vermerk anzubringen:

„Ulrich Zasius (1461-1535), Jurist und Humanist. Schöpfer des Freiburger Stadtrechtes mit judenfeindlichen Bestimmungen.“

Dieser Text scheint mir unangemessen.
Es geht hier nicht darum, die ausschließlich religiös motivierte Judenfeindschaft von Zasius schönzureden. Jedoch ist festzuhalten, dass es sich bei den fraglichen Bestimmungen des Freiburger Stadtrechts nicht um eine „Schöpfung“ von Zasius handelte. Zasius hatte von der Stadt Freiburg den Auftrag erhalten, eine Zusammenfassung aller bereits bestehenden stadtrechtlichen Rechtvorschriften zu erstellen. Demgemäß nahm Zasius – dem erteilten Auftrag entsprechend – lediglich bis dahin schon bestehende judenrechtliche Bestimmungen der Stadt Freiburg in diese Sammlung auf. In dieser nahmen sie überdies nur einen ganz marginalen Raum ein. Sie enthielten nur das Verbot des geschäftlichen Umgangs mit Juden und die Regelung, dass nur die Gastwirte der Stadt den Juden Herberge gewähren dürfen, sowie die Androhung einer Geldstrafe bei Verletzung dieser beiden Bestimmungen.

Überdies ist zu bedenken: Dem christlichen Antijudaismus, den Zasius zweifellos mit den meisten seiner Zeitgenossen teilte, fehlte die rassistische Komponente, die den modernen Antisemitismus ausmacht.
Das erhellt augenscheinlich aus der Tatsache, dass nach damaliger christlicher Auffassung eine Jude durch die Taufe ein makellos neuer Mensch wurde, was so weit ging, dass sogar juristisch ernsthaft die Frage diskutiert werden konnte, ob ein Jude nach seiner Taufe überhaupt noch für Taten bestraft werden konnte, die er vor der Taufe begangen hatte. Auf diesem Hintergrund erklärt sich auch der juristisch sicherlich anfechtbare Versuch Zasius‘ in seiner Schrift „De parvulis judaeorum baptisandis“ (übersetzt etwa: „Über die Taufe von Judenkindern“) die gegen den Willen der Eltern durchgeführte Taufe eines jüdischen Jungen durch den mit ihm befreundeten Freiburger Münsterpfarrer Kohler zu rechtfertigen, obwohl dem die Bestimmungen des kirchlichen und weltlichen Rechts eindeutig entgegenstanden.
Ich meine daher, dass es zwar richtig und wichtig ist, den Antijudaismus von Ulrich Zasius in Erinnerung zu halten. Ein Tafelzusatz der beabsichtigten Art ist jedoch nicht geeignet, dem Leser ein abgewogenes Bild von Ulrich Zasius zu vermitteln, der zu seiner Zeit neben dem Italiener Andreas Alciatus und dem Franzosen Guilelmus Budaeus zum juristischen Dreigestirn Europas zählte,

Hinzu kommt die Zufälligkeit, die einem solchen Verdikt anhaftet, je nachdem welcher Kenntnisstand bei den Entscheidungsgremien besteht. In seiner Schrift „Erasmus‘ Stellung zu Juden und Judentum“ (Tübingen 1969) resümiert der zuletzt an der Universität Basel wirkende Rechtshistoriker und Humanismus Forscher Guido Kisch (1889-1985): „Wie bei dem großen Juristen Zasius so lässt sich auch bei dem Humanisten Fürsten Erasmus angesichts objektiver kritischer Forschung die Erinnerung an ihn von dem schmerzlich bedenklichen Makel nicht befreien, der durch seinen tiefgründigen Judenhass sein Charakterbild beschattet“ (S. 38 f).
Für die „Erasmusstraße“ in Freiburg hat die Kommission jedoch einen entsprechenden Zusatz, den ich freilich ebenfalls für unangebracht hielte, nicht vorgesehen.

Dr. jur. Wilhelm Güde, Weismannstrasse 6, 79117 Freiburg