Unspektakulärer Zieldurchlauf

Quasi im Fernsehsessel schafft der SC Freiburg den Klassenerhalt

So toll der Klassenerhalt für den SC Freiburg und seine Anhänger auch ist, ein bisschen aufregender, etwas spektakulärer hätte es nach den langen Monaten des Zitterns und Daumendrückens am Ende schon sein dürfen.
Es war nach dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf. Vielleicht, nur nebenbei, das einzige Spiel der Saison, das man als SC Fan nicht unbedingt hätte sehen müssen. Es war langweilig. Da sagte Christian Streich, auch nicht mit dem Enthusiasmus am Start, wie man ihn schon auf anderen Pressekonferenzen erlebt hat, sondern fast ein wenig abwesend aus dem Fenster schauend: „ Mir kicke net und sin trotzdem net abgestiege – gut.“ Das war‘s. Unaufgeregter hat der SC noch nie das Erreichen des Saisonziels kommentiert. Die Niederlage der Stuttgarter in Berlin einen Tag zuvor hat den Klassenerhalt letztlich gesichert. Schöner und verrückter wäre natürlich ein Streich-Sprint mit Luftfausthieben über den ganzen Platz direkt nach dem Schlusspfiff gewesen, ein Umarmungsmarathon mit jedem Spieler, der nicht rechtzeitig flüchten kann, aber so: „net abgestiege – gut.“ „So habe ich das auch noch nicht erlebt“, so Streich monoton weiter, „aber so nehm ich‘s auch gern.“ Wie wahr.

Foto: Achim Keller – Danke!
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Tolldreist

Seit mehr als einem halben Jahr sind am Wiehre-Bahnhof die Aufzüge noch immer nicht in Betrieb. Die Bahn hatte sich auch geweigert, ersatzweise für Menschen mit Kinderwagen oder Fahrrädern die Schienen auf den Treppenanlagen wieder zu montieren, bis die Aufzüge funktionieren. Das ist schon nicht mehr „tolldreist“, das ist „Beschämend“.

Helmut Thoma, BV

Der Schatz im Waldsee

Vor der Entschlammung des Waldsees (vgl. Bürgerblatt vom Februar) wurden die Muscheln am Seegrund geborgen. Dabei handelte es sich um rund 15 000 Exemplare der Großen Teichmuschel. Erstaunt hat nicht nur die große Zahl, sondern auch ihr Gefährdungs- und Schutzstatus; in Baden-Württemberg ist sie „stark gefährdet“ und hat „ganzjährige Schonzeit“. Grund genug, um uns mit diesen Tieren eingehender zu befassen.

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„Jahres-Gesprächstermin“ beim Polizeiposten Littenweiler

von links Polizeikommissar Florian Katz, Polizeihauptmeisterin Carin Betz, Polizeihauptkommissar Michael Wachter (Leiter Polizeiposten) Foto: Lehmann

Wenn es keine außergewöhnlichen Vorfälle zu besprechen gibt, trifft sich der Bürgervereins-Vorsitzende einmal im Jahr mit dem Leiter des Polizeipostens Littenweiler, um sich über aktuelle Themen auszutauschen. Zum ersten Mal, am 4. Mai in den neuen Räumen am Schnaitweg. Besprochen wurden die autofreie Aktionswoche, die Weiternutzung der Stadthalle und leider auch immer wieder die Themen des Freizeitverhaltens mancher Bürger*innen auf den öffentlichen Freiflächen unserer drei Stadtbezirke. Lärm, Rauch und Müll strapazieren die Nerven der unmittelbaren Anwohner zusehends. Der Leiter des Polizeipostens Littenweiler, Herr PHK Wachter gab seine Zusage zusammen mit der Stadt und dem ASB über Verbesserungen nachzudenken und diese dann gemeinsam umzusetzen. Für das offene und ergebnisorientierte Gespräch bedanken wir uns.

Hans Lehmann, BV

Gelungene Integration

Natali Kasem kam mit ihrer Familie als Flüchtling aus Syrien nach Freiburg und wurde auf Empfehlung eines Sozialarbeiters 2015 in die zweite Schülergeneration am UWC Robert Bosch College aufgenommen; 2017 hat sie die zweijährige internationale Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Wir bringen hier ihren aus dem Englischen übersetzten Bericht als gelungenes Beispiel für Integration:

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Renaturierte Dreisam: Bürgervereins-Expertise gefragt

Es hat sich im Kreis der Studierenden herumgesprochen, dass wir im Bürgerverein ausgewiesene Fachleute für viele Fragen rund um die Renaturierung der Dreisam haben. Uns erreichen regelmäßig Anfragen zu diesem Thema; sie werden von Lothar Mülhaupt und Dr. Karl-Ernst Friederich zur vollsten Zufriedenheit der Anfragenden erledigt. Exemplarisch die Beantwortung einer Interview-Anfrage eines PH-Studenten.

Der jährliche Wandel des Erscheinungsbildes der Dreisam gehört zum Renaturierungs- Prinzip | Foto: Lehmann

Auszüge zu den Interviewfragen an Herr Mülhaupt Bürgerverein Oberwiehre

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Erhaltungssatzungen zum Schutz des Quäkerstraßenquartiers

Der Gemeinderat beschloss am 7. Mai mehrheitlich, zwei Satzungen für den sozialen und städtebaulichen Erhalt des Quartiers rund um die Quäkerstraße zu erstellen. Die beiden Erhaltungssatzungen solle das gesamte Gebiet zwischen Adalbert-Stifter-, Dreikönig-, Türkenlouis-, Prinz-Eugen- und Grillparzerstraße umfassen. CDU und FDP stimmten gegen den Antrag.

Historie: Seit Juni 2017 kämpft die Bewohner*innen-Initiative „Wiehre für alle“ für den Erhalt der Häuser ihres Quartiers, nachdem der Vorstand der Familienheim-Genossenschaft angekündigt hatte, das Gebiet modernisieren zu wollen und dafür die Häuserzeile Quäkerstraße 1 – 9 abzureißen und durch einen „modernen“ Neubau zu ersetzen. Anfang 2019 sollte dieser mit Bauabschnitt I benannte „Abriss mit Folgeneubau“ beginnen, über Pläne für weitere Sanierungsmaßnahmen des großen Rests des gesamten Quartiers hüllt sich die Baugenossenschaft in Schweigen.
Das bis 2017 sehr gute Verhältnis des Bürgervereins Oberwiehre-Waldsee zum Vorstand hat sich aufgrund dieser Verschleierungstaktik seitens der Baugenossenschaft dramatisch abgekühlt. Für besondere Verärgerung unsererseits sorgte das übliche „Jahresgespräch“ im November 2017, in dem man auf unsere Fragen zum geplanten Neubau keinerlei Auskunft gab, da dies noch nicht klar sei. Aber zwei Tage später wurde dem Gestaltungsbeirat die komplette Entwurfsplanung vorgestellt; dies hat das Vertrauensverhältnis zwischen Familienheim und Bürgerverein nachhaltig beschädigt.

Aktuelle Lage: Der Gemeinderat der Stadt Freiburg stellte im März vergangenen Jahres einen interfraktionellen Antrag auf eine Milieuschutzsatzung, weil Sorge besteht, „dass die Pläne der Genossenschaft nicht nur zu erhöhten Mietpreisen und einer veränderten sozialen Zusammensetzung des Quartiers führen, sondern auch die städtebaulich erhaltenswerte Struktur des überwiegend in den 1950er Jahren entstandenen Quartiers Schaden nimmt und die im Bereich östlich der Quäkerstraße vorhandene durchgehende Blockrandbebauung – geprägt von durchgrünten Innenhöfen – ihren erhaltenswerten Charakter verliert“. Nachdem bis November 2018 keine Einigung zwischen Stadt und Familienheim erzielt werden konnte, beauftragte der Gemeinderat im November 2018 einstimmig die Stadtverwaltung, mit dem Vorstand der Familienheim für das gesamte Areal eine Abwendungsvereinbarung zu verhandeln, die den Erhalt der Bevölkerungsstruktur im Quartier gewährleistet. Da bis Mitte April 2019 keine solche Vereinbarung geschlossen werden konnte, legte die Verwaltung dem Gemeinderat eine soziale Erhaltungssatzung und auch eine bauliche Erhaltungssatzung dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vor. Die Freude bei den Bewohnern währte jedoch nur kurz, denn man hatte vergessen oder übersehen, dass es auch noch um den Bereich westlich der Quäkerstraße bis zur Prinz-Eugen-Straße geht. In kürzester Zeit beriefen daraufhin die Bewohner*innen am 3. Mai eine Pressekonferenz mit anschließender Menschenketten-Demonstration ein, um auch den Teil westlich der Quäkerstraße in der Beschlussvorlage zu verankern.

Beide Areale sind in den Erhaltungssatzungen aufgenommen Quelle: 3d.freiburg.de
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