Kategorie-Archiv: Inhabergeführte Betriebe im Stadtbezirk

Freiburger Tafel

Freiburger Tafel: Lebensmittel retten, bedürftigen Menschen helfen

Armutsbekämpfung, Nachhaltigkeit, Ehrenamt und Integration sind Themen, denen sich die Freiburger Tafel Tag für Tag zu stellen hat. Es lohnt sich, über diese bei uns gelegene ehrenamtliche Sozialeinrichtung ersten Grades mehr zu erfahren

Tafelladen Freiburg in der Knopfhäusle-Siedlung, Schwarzwaldstraße 58a Foto: Lehmann

Beim Thema Armut kommt den meisten Menschen nicht als erstes Deutschland in den Sinn, eine der reichsten Nationen der Welt. Und doch leben hier Millionen Menschen, die von Armut betroffen oder bedroht sind. In der Regel handelt es sich dabei nicht um existenzielle Armut, also eine Armut, bei der das Leben, etwa durch einen signifikanten Mangel an Lebensmitteln, unmittelbar in Gefahr ist. Dennoch leben die Betroffenen in Deutschland im Vergleich zur übrigen Bevölkerung mit erheblichen Einschränkungen. Von Armut bedrohte oder betroffene Menschen wenden den größten Teil ihres Einkommens für die Sicherung elementarer Lebensbedürfnisse auf. Für den Kauf von Lebensmitteln bleiben ihnen meist nur wenige Euro pro Tag, die für sämtliche Mahlzeiten ausreichen müssen. Frisches Obst und Gemüse, Fleisch und Milchprodukte werden zu Luxusgütern, die sich Bedürftige nur selten leisten können. Für die Pflege mitmenschlicher Kontakte und soziale Teilhabe bleibt selten Geld übrig. Die möglichen Folgen sind vielfältig: Mangelernährung, hohe Krankheitsanfälligkeit, soziale Isolation, Suchtprobleme.
Die Tafeln in Deutschland setzen sich dafür ein, die Folgen der Armut in einem Land des Überflusses etwas zu lindern – und den Betroffenen den Alltag etwas zu erleichtern.

Mitarbeite*innen der Freiburger Tafel beim Obst-und Gemüserichten Foto: Lehmann

Das Prinzip aller Tafelläden in Deutschland ist, der Verschwendung von Lebensmittel entgegen zu wirken. Jeden Tag werden etliche Tonnen Lebensmittel vernichtet, die nicht mehr “verkaufsschön“ sind. Die Freiburger Tafel sammelt diese Lebensmittel ein, sortiert sie und verteilt sie an nachweislich Bedürftige, immer gegen ein geringes Entgelt (ca. 10% des regulären Preises). Damit schaffen sie eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel.

Ein zentrales Herzstück der Tafel-Arbeit ist das ehrenamtliche Engagement. Die Bandbreite der Einsatzbereiche der ehrenamtlichen Helfer ist vielfältig. Von der Arbeit als Fahrer oder im Lager über den Einsatz bei der Ausgabe und Verarbeitung von Lebensmitteln bis zur Mitarbeit in Verwaltung und Organisation.
Die Tafeln leben Vielfalt. In die Freiburger Tafel kommen Menschen verschiedener Bildung, Religion und Kultur, verschiedenen Alters und Geschlechts, aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten zusammen. Besonders für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen oder sich in Notlagen befinden, ist die Tafel Anlaufstelle und Treffpunkt, ein Ort von Kommunikation, Miteinander, Unterstützung und Gastfreundschaft. Viele von ihnen haben eine Zuwanderungsgeschichte. Bei der Freiburger Tafel finden sie ein Netzwerk, das ihnen Selbstvertrauen und Hilfe gibt, um ihren Alltag zu bewältigen. Einige engagieren sich selbst als ehrenamtliche Helfer. So sorgen die Tafeln aktiv für Integration. Als Kunden, Helfer und Spender sind der Freiburger Tafel alle willkommen, die andere respektieren und Vielfalt als Bereicherung begreifen. Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt haben hier keinen Platz.
Wenn Sie sich angesprochen fühlen und sich ehrenamtlich bei der Freiburger Tafel engagieren wollen, nehmen Sie Kontakt auf unter: Tel. 0761-2 92 72 44; Mail info@freiburger-tafel.de oder postalisch: Tafel e.V. Schwarzwaldstraße 58a, 79117 Freiburg. Mehr Infos unter www.freiburger-tafel.de. Besonders gesucht: ehrenamtliche Fahrer.
Hans Lehmann, BV

Freiburger Tafel Vorsitzende Annette Theobald Foto: Lehmann

Interview mit Annette Theobald, der ehrenamtlich tätigen Vorsitzenden der Freiburger Tafel. Das Interview führte Hans Lehmann

BBL: Frau Theobald, seit ca. einer Stunde bin ich hier bei Ihnen im Tafelladen. Um uns herum herrscht reges Treiben. Vor dem Laden die in Schlange stehende Kundschaft, im Laden Personal im Verkauf, an den Kassen, in der Verwaltung, bei der Lebensmittel-Vorbereitung und vor der Anlieferungsgarage stehen zwei Transporter mit frischer Ware. Sie mitten drin. Geht das hier jeden Tag so zu?

AT (Annette Theobald): Ja, das ist das übliche Tagesgeschäft. Die Freiburger Tafel versorgt gegenwärtig ca. 2600 Haushalte mit ca. 6100 Personen. Durchschnittlich kaufen täglich 300 Haushalte bei der Tafel ein. Pro Monat werden ca. 62 Tonnen Lebensmittel eingesammelt und von unseren drei Kühltransportern hierher geliefert. Unsere siebenköpfige ehrenamtliche Vorstandschaft trifft sich monatlich zur Bearbeitung der vielfältigen Aufgaben des gesamten „Tafellebens“.

BBL: Vorsitzende des Tafelladens zu sein, was bedeudet das?

AT: Die Freiburger Tafel wird von ca. 200 ehrenamtlichen Helfer*innen unterstützt, davon sind ca. ein Drittel im Fahrdienst tätig. Dieses Personal alleine ehrenamtlich zu managen, wäre bei dem ständigen Bürokratieanstieg nicht zu bewältigen. Wir haben mittlerweile 6,5 Stellen für hauptamtlich tätige Mitarbeiter*innen. Als Vorsitzende bin ich jeden Morgen an den Öffnungstagen vor Ort und mit der Gesamtorganisation beschäftigt, ich übernehme aber auch die Repräsentation des Vereins nach außen. Dass dies zusätzlich sehr, sehr viele Abende und Wochenenden bedeutet, brauche ich Ihnen als Vorsitzender eines Bürgervereins nicht zu erläutern.

BBL: Seit wann gibt es die Tafelladen-Idee und seit wann den Tafelladen Freiburg?

AT: Die Tafelladen-Idee Deutschland hat gerade ihr 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Der Tafelladen Freiburg wurde im März 1999 gegründet. Er besteht damit im März 2019 zwanzig Jahre. Ich war von Anbeginn dabei und übernahm 2011, also vor acht Jahren, den Vorsitz.

BBL: Können Sie uns etwas über die Entstehungsgeschichte hier in Freiburg sagen?

AT: Die Hauptrolle bei der Gründung unserer Freiburger Tafel spielten sozial engagierte Frauen, vornehmlich aus Ebnet. Als „Gründungsmutter“ sei Frau Dr. Remmer genannt. Große Unterstützung erfuhren wir damals aber auch durch die Caritas, die Diakonie und der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) als assoziierte Mitglieder.

BBL: Der Tafelladen Freiburg war zu Anbeginn am Adelhauser Platz, dann in der unteren Schwarzwaldstraße 16, nun hier in einem Neubau in der mittleren Schwarzwaldstraße 58 a in den Knopfhäusle. Wie kam es zu dem Umzug und wem gehört dieses Haus?

AT: Der alte Laden war durch die stark ansteigenden Nutzerzahlen viel zu klein geworden. Durch eine hervorragende Kooperation mit der Stadt – hier sei vor allem der ehemalige Finanzbürgermeister Otto Neideck genannt –, konnte die Tafel das Haus so finanzieren, dass wir mittlerweile schuldenfreier Besitzer des Erd- und Untergeschosses sind. Die oberen Räume gehören der Freiburger Stadtbau. Zugute kam uns dabei, dass mein Mann als Bauingenieur nicht nur die Projektidee für das geeignete Grundstück hatte, sondern auch die Pläne für den Tafelladen erstellen konnte.

BBL: Ich habe zuvor mit einem recht jungen Mitarbeiter gesprochen. Er berichtete mir, dass er Auszubildender bei Ford Ernst & König ist und dass zu seinem Ausbildungsprogramm ein zweiwöchiges Praktikum hier im Tafelladen gehört. Ist das ein Einzelfall?

AT: Ja, die Firma Ernst & König stellt jedoch im Reigen der vielen, vielen Firmen, die uns unterstützen – für deren Engagement ich mich an dieser Stelle auch noch einmal ausdrücklich bedanken möchte – eine Ausnahme dar; ca. 80 Auszubildende dieser Firma sind in diesem Praktikumsprogramm.

BBL: Frau Theobald, im Leitartikel dieses Bürgerblattes haben wir über Grundsätzliches der Freiburger Tafel berichtet und am Schluss einen Aufruf zur Mitarbeit – besonders im Fahrer-Bereich – getätigt. Über wen und wie man in der Tafel einkaufen kann, haben wir jedoch noch nicht gesprochen. Geht das in Kürze?

AT: Nein, das geht nicht in Kürze. Und wenn ich das hier erklären soll, ist das auch viel zu detailliert. Für Auskünfte dieser Art bitte 0761-2927244 anrufen oder sich unter www.freiburger-tafel.de erkundigen.

BBL: Frau Theobald, vielen Dank für dieses Interview, im Namen des Bürgervereins herzlichen Dank für Ihr herausragendes Engagement und vor allem Ihnen persönlich alles Gute für die weitere Arbeit bei der Freiburger Tafel.

BIONARA Biomarkt

Geschäftsaufgabe von BIONARA Biomarkt

Mit viel Herzblut haben wir den Biomarkt aufgebaut. Da sich die Biobranche schnell gewandelt hat, ist es für kleinere inhabergeführte Geschäfte immer schwerer geworden, dem Kostendruck und der Konkurrenz standzuhalten. In der Zwischenzeit ist auch der bürokratische Aufwand immens gestiegen. Zudem sind Baumaßnahmen im Stadtviertel Oberwiehre geplant, die zu Einschränkungen führen werden.
Ab 2. Juli Rabattaktion: Aus gegebenem Anlass startet die Rabattaktion 2018 mit 10%. Außer auf Obst, Gemüse und Kühlprodukte. Bis zur Geschäftsaufgabe Ende September wird weiterhin für den täglichen Bedarf gesorgt. Wir bedanken uns bei unseren Kunden für ihre Treue. Leben ist Veränderung, Veränderung ist Leben.“

Ihr BIONARA Team, Fabrikstraße 2, 79102 Freiburg; Rana Meric & Roland Stähle

Wodan-Halle eine Stadtteil- Kult- Veranstaltungsstätte im Ganter-Hausbiergarten

Foto: Hans Lehmann

Wir vom Bürgerverein haben Gerhard Spiecker, dem Betreiber des Ganter Hausbiergartens mit der auf dem gleichen Gelände befindlichen Wodan Halle viel zu verdanken. Ob als Veranstaltungsort unseres Neujahrsempfangs, unseres Dreisamhocks oder sonstiger Bürgervereins- Veranstaltungen, Gerhard Spiecker ist immer für uns da. Es ist Zeit, sich einmal öffentlich zu bedanken.

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Sport Kiefer in der Schwarzwaldstraße

Inhabergeführte Betriebe im Stadtbezirk

Sport ist unsere Leidenschaft, Begeisterung für den Sport zu wecken unser Ziel. Zwei Sport Kiefer Leit-Motto Aussagen, die sich beim Interview mit dem Geschäftsinhaber Tim Kiefer voll und ganz bestätigten

BV: Herr Kiefer, seit über 50 Jahren und in der dritten Generation gibt es das Sporthaus Kiefer in Freiburg. Die lange Liste Ihrer und Ihrer Eltern Freizeitaktivitäten und sportlichen Erfolge zeigt, dass der Sport nicht nur Ihr Beruf ist, sondern wie auf der Web-Site zu lesen, gelebte Leidenschaft. Wie drückt sich diese bei der Inhaberfamilie aus?

Tim Kiefer: Uns allen bedeutet der eigene Sport, das Abenteuer und die Bewegung in der Natur sehr viel: wir schöpfen daraus nicht nur viel Lebensfreude, sondern auch Energie und Kreativität für unser Geschäft. Bei der Bewegung im Freien entstehen oft die besten Ideen, und bei gemeinsamen Erlebnissen wachsen aus ersten Kontakten dauerhafte Freundschaften.

Foto: Hans Lehmann
Foto: Hans Lehmann

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Schlosserei Fuchs in der Nägeleseestraße

Es gibt sie tatsächlich noch, die kleinen und mittleren Betriebe in unserem Bezirk, die als inhabergeführte Familienbetriebe bezeichnet werden können. Unsere lose Serie der Vorstellung solcher Betriebe wollen wir mit der Schlosserei Fuchs in der Nägeleseestraße beginnen.

Seit 75 Jahren in Freiburg-Wiehre ansässig und nunmehr in der dritten Generationen familiengeführt, präsentiert sich die Schlosserei Fuchs inmitten von Wohnhäusern in der südlichen Nägeleseestraße im Herzen der Wiehre. Mit dem derzeitigen Firmeninhaber, Martin Fuchs, dem Enkel des Firmengründers führten wir ein Kurzinterview.

Christa und Martin Fuchs

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