Im Stadtwald ist Platz für alle

Seit vor über einem Vierteljahrhundert das Mountainbiken in Mode kam, rissen die Klagen nicht ab über rasende Radler, die arglose Wanderer drangsalieren. Der Gesetzgeber hat reagiert, die Stadt auch: Als Waldeigentümerin hat sie den Bau besonderer „Downhill“-Strecken ermöglicht – und im letzten Jahr alle Beteiligten zu mehreren „Runden am Runden Tisch“ eingeladen. Wander- und Mountainbikevereine, der Fahrradverband ADFC sowie Forst- und Umweltschutzamt einigten sich auf die Ausweisung zusätzlicher 10% schmaler Wege als Mountainbikestrecken sowie weitere Maßnahmen und Regeln. Der Bürgerverein ist zuversichtlich, dass es auf diese Weise gelingt, die Zahl unerfreulicher Begegnungen weiter zu verringern – und dass der stadtnahe Bergwald so für alle Erholungssuchenden künftig noch attraktiver wird.

Mountainbike Silhouette

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Der Stadttunnel kommt – jetzt sind Ideen gefragt!

…drum soll es schon bald einen städtebaulichen Ideenwettbewerb für Architekturstudenten geben.

stadttunnel_planung

Die „Frohe Botschaft“ erreichte den Bürgerverein erst unmittelbar nach Redaktionsschluss unseres Aprilhefts – aber inzwischen hat es sich ja längst wie ein Lauffeuer herumgesprochen: Der Stadttunnel hat die entscheidende Hürde genommen und ist von der Bundesregierung in die höchste Prioritätsstufe „vordringlicher Bedarf“ eingestuft. Bemerkenswert dabei ist die ausdrückliche Erwähnung der städtebaulichen Bedeutung des Projekts für Freiburg. Der Stadttunnel kommt – jetzt sind Ideen gefragt! weiterlesen

Verbreiterung der Schwarzwaldstraße zwischen „Schiff“ und Dimmlerstraße

Aus dem Stadtarchiv (2. Fortsetzung und Schluss)

Der Verbreiterung hatten die Anlieger widersprochen. An sich hatten sie wohl nichts dagegen, wohl aber gegen die auf sie entfallenden Kosten. In der Aprilausgabe hatten wir ausführlicher über den Nährmittelfabrikanten Schenk berichtet, dessen Einspruch sich durch seinen Tod am 22.12.1930 erledigt hat. Aber auch Witwe Amalie Klumpp, Eigentümerin des „Schiff“, hatte Einspruch erhoben; zeitweise ließ sie sich wie Schenk durch Rechtsanwalt Sinauer vertreten. Die Stadt kam ihr insofern entgegen, als diese Beiträge erst fällig werden sollten, „wenn das Straßenstück vor dem Schiff in voller Breite fertig gestellt ist“ (Gemeinderatsbeschluss vom 16.5.1929).

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Heinz Bollinger 1916-1990

Heinz Bollinger 1984

Im April hat sich der Geburtstag des mit unseren Stadtteilen verbundenen NS-Gegners Heinz Bollinger zum 100. Mal gejährt. Gebürtig in Saarbrücken, studierte er nach seinem Abitur in Freiburg Philosophie und promovierte 1942, anschließend wurde er Assistent am Philosophischen Seminar. Laut Freiburger Adressbuch wohnte er Schwarzwaldstr. 80. Zusammen mit seinem Bruder hatte er Kontakt zur NS-Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Nach deren Enttarnung wurde Bollinger am 5.3.1943 verhaftet und vom Volksgerichtshof unter Vorsitz des Blutrichters Roland Freisler zu sieben Jahren Zuchthaus wegen Nichtanzeige hochverräterischer Unternehmen und Abhören ausländischer Radiosender verurteilt; eine aktive Beteiligung an den Flugblattaktionen der „Weißen Rose“ konnte man ihm nicht nachweisen, was ihn vor der Todesstrafe gerettet hat.

Am 12.4.1945 aus dem Zuchthaus entlassen, kehrte er nach Freiburg zurück, wurde wieder Universitätsassistent, war von 1946 bis 1948 Stadtrat für die „Badische Christlich-soziale Volkspartei“ (der Vorläuferin der CDU) und wohnte im Stadtteil Waldsee, zunächst zur Miete in der Neumattenstraße, ab 1954 und inzwischen Studienrat (ab 1956 Oberstudienrat) im eigenen Haus Hansjakobstraße 52. 1966 erhielt er die Professur für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule Lörrach. 1981 wurde er in den Ruhestand versetzt, 1990 ist er in Freiburg gestorben.

Ehre seinem Andenken.