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Waldsee in Not

Zu den Anziehungspunkten des Freiburger Ostens gehört der Waldsee: ein Restaurant-Besuch, Boot fahren oder einfach spazieren gehen sind Musterbeispiele für Naherholung. Diese Idylle wurde am 5. August, einem Sonntag, empfindlich gestört: Tote Fische schwammen an der Oberfläche, dazu stank es erheblich. Olaf Maier von der Waldsee Events GmbH benachrichtigte Gisela Friederich, die für dieses Gebiet zuständige Naturschutzwartin, und bat sie um Hilfe, weil sie über die Kontaktdaten aller betroffenen Behörden und Vereine verfügt. Simon Winter, ebenfalls vom Waldsee, hatte bereits die Feuerwehr um Hilfe gebeten.

THW und Feuerwehr-Umwälzpumpen zur Sauerstoffanreicherung Foto: Gisela Friederich

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Wandel am Sandfangweg

Seit fast einem halben Jahrhundert, seit 1972, hat der Heilpädagogische (Kindermund „Halbpädagogische“) Hort am Sandfangweg sich um Kinder gekümmert, die eine individuelle Betreuung benötigen. Gegründet 1934 und damit ältester derartiger Hort in Deutschland, war er nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in den Schweizerbaracken an der Urachstraße untergebracht, bevor er den Neubau am Sandfang beziehen konnte; anfangs getragen von der Stadt, seit 1.1.1999 von der Waisenhausstiftung.

Die liebevoll gestalteten Wände im Inneren erfreuen auch die neuen Nutzer Foto: Lehmann

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Aus dem Stadtarchiv

Die Veröffentlichung dieses Artikels in Fortsetzung ist leider etwas durcheinander geraten; wir bitten um Entschuldigung und bringen hier die richtige Reihenfolge:
Beginn der Serie: Bürgerblatt 233 (April 2017)
1. Fortsetzung: Bürgerblatt 235 (Juni 2017)
2. Fortsetzung: Nachfolgend (war ursprünglich für August 2017 vorgesehen)
3. Fortsetzung und Schluss: Bürgerblatt 243 (Februar 2018)

Nachdem der Stadt 1907 und 1909 in zwei Instanzen der Nachweis nicht gelungen war, dass sie Eigentümerin des Schleifenwegs (verbindet beim Schwarzwald-Hostel die Kartäuserstraße mit dem Augustinerweg = Hexenwegle) ist und ihr Rechtsanwalt dringend davon abgeraten hat, ihr Glück noch vor dem Reichsgericht in Leipzig zu versuchen, strebte sie einen Vergleich mit der Firma Mez & Söhne an.

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Die Bundestagswahl im Osten

Üblicherweise bringen wir im Bürgerblatt die Ergebnisse einer Wahl speziell für unsere Stadtteile Oberau, Oberwiehre und Waldsee. Dies ist für die Bundestagswahl 2017 nicht sinnvoll möglich. Zwar hat das Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung eine detaillierte und aufschlussreiche Analyse veröffentlicht; leider decken sich aber die zusammengefassten Briefwahlbezirke nicht mit den Stadtteilgrenzen, und da über ein Drittel der Wähler brieflich gewählt hat, erhält man kein zuverlässiges Ergebnis.
Trotzdem weisen wir empfehlend auf die Veröffentlichung hin; sie kann unter www. freiburg.de > Suchbegriff Wahlen/Wahlergebnisse heruntergeladen werden.
K.-E. Friederich

Stadtarchiv: Wem gehört der Weg?

Wem gehört der Weg?
(3. Fortsetzung, vgl. Bürgerblatt vom August 207, und Schluss)

In einem von 1905 – 1910 geführten Rechtsstreit zwischen der Stadt und der Firma Mez um die Frage, wer Eigentümer des Verbindungswegs zwischen Kartäuserstraße und Augustinerweg (Hexenwegle) beim heutigen Schwarzwaldhostel ist, konnte sich die Stadt mit ihrem Anspruch nicht durchsetzen; es waren dabei Akten bis zurück zum Stadtplan von 1786 herangezogen worden. So blieb nur der Weg einer gütlichen Einigung:
Mez verzichtet darauf, den städtischen Anspruch zu bestreiten, und erhält dafür eine Grunddienstbarkeit (ein widerrufliches Wegerecht war ihm zu wenig) für die Zufahrt vom Burghaldering zu seinen Reben am Schlossberg. Durch die neu angelegte Waldstraße war nämlich sein Grundstück nur noch von unten zu erreichen und dadurch umständlicher zu bewirtschaften. Ein entsprechender Vertrag wurde am 8.6.1910 vor dem Grundbuchamt geschlossen. Fast auf den Tag genau ein Jahr später, am 7.6.1911, wurde das Urteil des Amtsgerichts rechtkräftig, wonach alle Ansprüche gegen die Stadt am Verbindungsweg ausgeschlossen wurden; sie war jetzt rechtmäßige Eigentümerin.
Ende 1911 war der Verbindungsweg vom Burghaldering zu den mezschen Reben fertiggestellt, Ende 1912 auch die Treppe auf dem Verbindungsweg; dafür war noch ein geringfügiger Geländetausch notwendig, damit sie in durchgehend gleicher Breite ausgeführt werden konnte.
Damit enden im Wesentlichen die Akten. Am 28.4.1920 meldete noch das Forstamt: Der (Privat-)Weg von der südlichen Schlossbergstraße [richtig: Burghalde] zum Mezschen Rebberg wurde durch eine hölzerne Querstange und ein Schild „Verbotener Privatweg“ gesperrt; beide wurden mehrfach gestohlen; Spaziergänger laufen jeden Tag im Rebberg herum. Mez schlägt vor, auf eigene Kosten eine solidere Absperrung (Tor) anzubringen und selbst zu unterhalten. Forstamt befürwortet dies in stets widerruflicher Weise. Dies wurde am 5.5.1920 genehmigt.

K.-E. Friederich

Perspektivplan Stadtbahnverlängerung Littenweiler: Wieder nix!

Als Bürgerverein des Stadtbezirks Oberwiehre-Waldsee sind wir unmittelbar nur im Bereich der Laßbergstraße und durch den Parkdruck betroffen, für unseren befreundeten Nachbar- Stadtbezirk Littenweiler entwickelt sich das erneute Verzögern des Stadtbahn-Ausbaus bis zum Kappler Knoten jedoch zur Tragödie

Am 24. Oktober hat der Gemeinderat den Perspektivplan der Stadtwerke Freiburg „zur Kenntnis genommen“. In den Stadtwerken sind badenova, VAG und die städtischen Bäder zusammengefasst; mit dem Überschuss von badenova wird die Unterdeckung der Bäder und des öffentlichen Verkehrs so weit wie möglich ausgeglichen. Dies gelingt immer schlechter, und deshalb wird es in absehbarer Zeit keinen weiteren Ausbau des Stadtbahnnetzes oder ähnliche Investitionen geben, das heißt auch keine Stadtbahnverlängerung in Littenweiler.

„Endstation Sehnsucht“: Wenn es nicht so makaber wäre, Tennessee Williams Pulitzer-Preis Drama, das seinen Namen durch den Verlust einer Straßenbahnlinie in New Orleans bekam, symbolisiert die abgebildete Straßenbahnkreuzung an der Endhaltestelle Laßbergstraße leider aufs trefflichste Foto: Lehmann

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Hochschule für Musik mit neuem Rektor

Ludwig Holtmeier, seit dem 1.Oktober 2017 Rektor der Hochschule für Musik, stand für ein Gespräch unserem Ehrenmitglied Karl-Ernst Friederich für das Bürgerblatt zur Verfügung.

BBL: Herr Holtmeier, zunächst auch an dieser Stelle unseren Glückwunsch zu Ihrem neuen Amt. Wir wünschen Ihnen dazu eine gelungene Kombination von Sensibilität und dickem Fell, Sie werden beides brauchen.

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Gerechtigkeit für August Weismann

Die Kommission zur Überprüfung der Freiburger Straßennamen hat vorgeschlagen, die Weismannstraße nur nach dem Komponisten Julius Weismann zu benennen und seinen Vater, den Zoologen August Weismann, ausdrücklich von dieser Ehrung auszunehmen, weil er ein „Wegbereiter der NS-Rassenideologie“ gewesen sei. Wir haben dies in der Juni-Ausgabe des Bürgerblatts dokumentiert, hatten aber ernsthafte Zweifel an dieser Wertung und unsere Gegenargumente brieflich dem Vorsitzenden der Kommission, Prof. Dr. Bernd Martin, mitgeteilt (siehe Bürgerblatt vom August).
Daraufhin hat sich die Kommission erneut mit August Weismann befasst und ihr ursprüngliches Urteil revidiert; die Straße soll auch in Zukunft nach beiden Freiburger Ehrenbürgern benannt bleiben. Der Bürgerverein freut sich, dass seine Argumente Gehör gefunden haben.

Carl Anton Meckel soll wieder sprechen

Manch einem wird aufgefallen sein, dass am Haus der Badischen Heimat in der Hansjakobstraße größere Arbeiten im Gange sind. Tatsächlich werden Handwerker einiges zu tun haben, bis das Gebäude wieder in neuem Glanz erstrahlt: das Dach wird erneuert, das Obergeschoss wird saniert, um es besser vermieten zu können, vor allem aber soll mit Verputz und Klappläden der ursprünglich vom Architekten beabsichtigte Anblick wieder erstehen. Sven von Ungern-Sternberg, Präsident der Badischen Heimat, hatte dazu zu einem Informationsgespräch in dem das Stadtbild prägenden Gebäude eingeladen. Rund 450 000 Euro, woran sich einige Sponsoren beteiligen, werden die Arbeiten kosten. Architekturhistoriker Gerhard Kabierske ging auf die Baugeschichte ein. In den Jahren 1925/26 ließ die Badische Heimat das Haus durch den Architekten Carl Anton Meckel errichten; wir verdanken ihm beispielsweise das Bankhaus Krebs am Münsterplatz, der Herderbau, das Sparkassengebäude, den Großen und den Kleinen Meyerhof. Er schuf ein Haus mit hohem, quasi spätmittelalterlichem Dach, ansonsten in barocker Formensprache, vielleicht in Anlehnung an das benachbarte Gasthaus „Schiff“. Aber er beschränkte sich nicht auf historische Rückgriffe, sondern verwendete auch handwerklich bearbeiteten Betonguss, seinerzeit eine Spezialität der Firma Brenzinger. Das ursprüngliche Ochsenblutrot des Verputzes musste 1935 verschwinden, die Klappläden wurden 1974 entsorgt. Sicher wird der neue Anblick zunächst ungewohnt sein, trotzdem freuen wir uns sehr darauf.

Manch einem wird aufgefallen sein, dass am Haus der Badischen Heimat in der Hansjakobstraße größere Arbeiten im Gange sind. Tatsächlich werden Handwerker einiges zu tun haben, bis das Gebäude wieder in neuem Glanz erstrahlt: das Dach wird erneuert, das Obergeschoss wird saniert, um es besser vermieten zu können, vor allem aber soll mit Verputz und Klappläden der ursprünglich vom Architekten beabsichtigte Anblick wieder erstehen.
Sven von Ungern-Sternberg, Präsident der Badischen Heimat, hatte dazu zu einem Informationsgespräch in dem das Stadtbild prägenden Gebäude eingeladen. Rund 450 000 Euro, woran sich einige Sponsoren beteiligen, werden die Arbeiten kosten.
Architekturhistoriker Gerhard Kabierske ging auf die Baugeschichte ein. In den Jahren 1925/26 ließ die Badische Heimat das Haus durch den Architekten Carl Anton Meckel errichten; wir verdanken ihm beispielsweise das Bankhaus Krebs am Münsterplatz, der Herderbau, das Sparkassengebäude, den Großen und den Kleinen Meyerhof. Er schuf ein Haus mit hohem, quasi spätmittelalterlichem Dach, ansonsten in barocker Formensprache, vielleicht in Anlehnung an das benachbarte Gasthaus „Schiff“. Aber er beschränkte sich nicht auf historische Rückgriffe, sondern verwendete auch handwerklich bearbeiteten Betonguss, seinerzeit eine Spezialität der Firma Brenzinger. Das ursprüngliche Ochsenblutrot des Verputzes musste 1935 verschwinden, die Klappläden wurden 1974 entsorgt.
Sicher wird der neue Anblick zunächst ungewohnt sein, trotzdem freuen wir uns sehr darauf.