Universitätsstadion

Das Universitätsstadion wurde 1928 nach Plänen des Architekten Hermann Reinhard Alker (1885–1967) im Auftrag des „Instituts für Leibesübungen“ der Universität Freiburg als „Anlage für Leibesübungen“ erbaut. Zusammen mit dem Strandbad ist es eines der wenigen Beispiele für „Neues Bauen“ in Freiburg.

Das Stadion ist in Nord-Süd-Richtung orientiert und war damals noch am östlichen Stadtrand Freiburgs gelegen. Eine Gymnastikhalle aus dunkelrotem Klinker liegt an der Südseite des Ovals, hin zur Schwarzwaldstraße und dient von dieser aus auch heute noch als Blickfang. Das Stadion liegt in einer Achse mit der über die Straße gelegenen „Gartensiedlung“. Gartensiedlung und Stadion stehen beispielhaft für die Architektur der 1920er Jahre.

Universitätsstadion, Modell des Architekten. Vorlage: Stadtarchiv Freiburg, sign. M 72 B 61.

Arkaden und überdachte Ränge (Flügelbauten) wurden nicht realisiert. Sie sollten das Stadion nördlicher Öffnung umrahmen und von der Gymnastikhalle ausgehend entlang der Seiten der langen Geraden des Stadionovals verlaufen, vergleichbar mit einer antiken Arena. Das gesamte Gelände war bereits in den Originalplänen als „Sportpark“ angelegt. Grün- und Spielflächen neben der Dreisam wurden schon damals eingeplant und werden auch heute für verschiedene Sport- und Freizeitaktivitäten genutzt. Die im Sommer 1929 in der Dreisam beim Stadion „wild“ badenden Studenten veranlassten die Stadtherren zum Bau des Strandbades.

Zum Stadion gehört ein Wohnhaus für einen Sportlehrer, welches heute noch besteht. 1920 wurde erstmals in Deutschland ein etatmäßiger Turn- und Sportlehrer bei der Universität angestellt, der in diesem Haus wohnen durfte. Heute sind Sportler dort untergebracht. Während der NS-Zeit war das Universitätsstadion Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen der NSDAP.

An der Ostseite des Stadions wurden in den letzten Jahrzehnten weitere Funktionsbauten errichtet, die sich aber nicht an die Originalpläne Hermann Alkers anlehnen. Diese umfassen Turnhallen, Büroräume und Hörsäle, die von der Universität, der Pädagogischen Hochschule und dem Olympiastützpunkt genutzt werden.

Teile der Zuschauerränge sind heute dringend sanierungsbedürftig und für das Publikum gesperrt, die unter diesen Rängen gelegenen Parkplätze ebenfalls. Einige der in die Jahre gekommen Gebäude werden momentan saniert.

Literatur

Roos, Dorothea: Der Karlsruher Architekt Hermann Reinhard Alker. Bauten und Projekte 1921 bis 1958, Tübingen, Berlin: Wasmuth, 2011.

Lutz, Thomas: Badefreunden – Bades Leiden: zur Denkmaleigenschaft des Freiburger Strandbades, in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 20, 4/1991, S. 171–178.

Thorsten Grimm, Pädagogische Hochschule Freiburg, 2018