Haus Mallebrein

1905/06 innerhalb von einem Jahr geplant, genehmigt und gebaut setzte das Wohn- und Geschäftsgebäude des Freiburger Architekten und Regierungsbaumeisters Joseph Mallebrein an der Ecke Hilda-/Schwarzwaldstraße städtebauliche Akzente im Jugendstil.

Haus Mallebrein, Jugendstil-Giebel. Foto: Frank Hack.

Seit 1901 führte die Straßenbahn über die Schwabentorbrücke durch die Hildastraße zum (alten) Wiehrebahnhof und zur Lorettostraße. Dadurch waren Hildastraße und Urachstraße zu Hauptstraßen der Wiehre geworden. Diese sollten in Form eines fünfgeschossigen Hauses am Eingang in die Wiehre entsprechend repräsentativ gestaltet werden.

Bauherr und Besitzer des Neubaus war der Regierungsbaumeister Joseph Mallebrein. In Berlin, Karlsruhe und München hatte er Architektur studiert. Mit seinem gleichberechtigten Partner Hermann Billing hatte er in Karlsruhe ein Architekturbüro betrieben. Mallebrein zog sich 1901 nach Freiburg zurück. Bis 1906 lief das Büro noch unter dem Namen „Mallebrein und Billing“. Die Partnerschaft endete jedoch im Streit und Joseph Mallebrein blieb als freier Architekt in Freiburg. Im Ersten Weltkrieg fiel Mallebrein bei Oberburnhaupt im Elsass.

Haus Mallebrein, Bauinschrift mit Baujahr 1905. Foto: Frank Hack.

Das Eckhaus Hilda-/Schwarzwaldstraße plante Mallebrein noch mit geringer Beteiligung Billings. Die Planung begann im Frühjahr 1905, im Sommer 1906 wurde das Haus mit eigenem Atelier fertiggestellt. Die Fassade war geprägt von reichlich eingesetztem roten Sandstein sowie mit Kammmuster versehenen Putzflächen, die jedoch in Folge eines Neuanstrichs in den 1970er Jahren weitgehend übermalt wurden. Im Erdgeschoss beherbergte das Gebäude ab 1906 die Weinstube Gemelin. 1970 bis 2010 befand sich dort die Arena-Bar. Seit 2011 ist hier eine Bäckerei mit Café.

Haus Mallebrein 2018. Foto: Frank Hack.

Das Haus spiegelt noch immer die Virtuosität Mallebreins wider. Die frei zusammengestellten Architekturelemente (Arkade, Nische, Galerie, Turm, Dachfläche, Fenster und Giebel) harmonieren miteinander und nutzen das ungünstig geschnittene Grundstück optimal aus.

Literatur

Kalchthaler, Peter: Innerhalb eines Jahres geplant, genehmigt, gebaut. Das Haus von Joseph Mallebrein (Hilda-/Schwarzwaldstraße) setzt städtebauliche Akzente, in: Kalchthaler, Peter (Hg.): Wiedersehen! Das Freiburger Stadtbild im Wandel der Zeit, Freiburg: Rombach, 2016, S. 107–109.

Daniel Mannhardt, Pädagogische Hochschule Freiburg, Freiburg 2018