Haus Badische Heimat

Das Haus der ,Badischen Heimat‘ in der Hansjakobstraße wurde 1926 für den Verein ,Badische Heimat‘ errichtet, der hier noch heute seinen Sitz mit Geschäftsstelle und Bibliothek hat. Der Entwurf dafür stammt vom Architekten Carl Anton Meckel (1875–1938). Meckel ist in Freiburg noch für die Planung weiterer Gebäude bekannt (Herderbau, Sparkasse, Bankhaus Krebs).

Das Haus Badische Heimat in der Farbgebung der 1930er Jahre.
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Meckel orientierte sich stilistisch an den Anliegen des Vereins mit Anlehnungen an die oberrheinische Spätgotik und den süddeutschen Barock. Damit ist das Gebäude ein bedeutendes Beispiel für den neogotischen und neobarocken Historismus.

Zuvor war die Zentrale des 1909 gegründeten Landesvereins im Colombischlössle sowie im Augustinermuseum untergebracht gewesen. In den 1920er Jahren war durch eine Zunahme der Mitgliederzahlen und Vereinsaufgaben eine größere Geschäftsstelle notwendig geworden. Der Vorstand einigte sich auf ein mehrstöckiges Neubauprojekt.

Der Kostenvoranschlag ging 1925 von 82 000 Mark aus. Ein Kredit der Stadtsparkasse in Höhe von 45 000 Mark und 35 000 Mark aus eigener Kasse standen dem Verein zur Verfügung. Zusätzliche Mittel sollte eine Umlage von einer Mark auf alle Mitglieder sowie der Verkauf von „Baustein“-Scheinen zu zwei Mark einbringen. Die tatsächlichen Baukosten beliefen sich im Endeffekt jedoch auf 134 000 Mark. Durch gute Beziehungen zur Stadt erhielt der Verein weitere Kredite. Mit dem Neubau entstanden unter anderem auch zwei neue Mietwohnungen im Obergeschoss und im Dachgeschoss des Hauses, was für die Stadt Begründung genug für ihr weiteres Entgegenkommen war.

Die erhaltenen Pläne für das Baugesuch sind auf Juni 1925 datiert. Im August genehmigte der Freiburger Stadtrat das Projekt, am 24. November wurde das Richtfest gefeiert. Im Juli 1926 war der in einem kräftigen Dunkelrot gestrichene Bau vollendet.

In den 1930er Jahren hat man dem Haus einen ockerfarbenen Anstrich gegeben und die Klappläden entfernt. Dem waren zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen Bürgern, dem Verein und Meckel über die passende Farbgebung vorausgegangen.

Haus Badische Heimat nach der Instandsetzung 2017.
Foto: Matthias Baumann.

Während des Zweiten Weltkrieges nutzte französisches Militär die Büroräume der Geschäftsstelle. 2017 wurde das Gebäude umfassend instandgesetzt. Es erhielt dabei wieder Klappläden sowie das für Meckel charakteristische ,Ochsenblut‘ als Farbanstrich für die Fassade. Auch das Treppenhaus wurde den originalen Farben nachempfunden gestaltet. Teile des ursprünglichen Mobiliars, darunter aufwändige Schreinerarbeiten wie Schränke mit Dokumentenfächern, sind noch erhalten.

Literatur

Schlippe, Joseph: Das Haus der Badischen Heimat und sein Architekt C. A. Meckel, in: Badische Heimat Nr. 35, 1955, S. 194–199.

von Ungern-Sternberg, Sven; Hochstuhl, Kurt (Hg.): 100 Jahre für Baden. Chronik des Landesvereins Badische Heimat 1909–2009, Karlsruhe: Braun, 2009.

Wir danken Stepanie Zumbrink für Informationen zur Bau- und Nutzungsgeschichte.

Daniel Mannhardt, Pädagogische Hochschule Freiburg, Freiburg 2018