Alle Artikel von Bürgerverein

Interview mit Theresa Heidler

Bei der Eröffnung des Wintersemesters 2018/19 der Musikhochschule erhielt die 15-jährige Theresa Heidler von der „Gesellschaft zur Förderung der Hochschule für Musik Freiburg e. V.“ für herausragende Leistungen im vergangenen Jahr in der Freiburger Akademie zur Begabtenförderung den erstmals vergebenen Preis in Höhe von 1000 €. Er setzt die lange Reihe von Preisen fort, die sie bislang errungen hat: allein in diesem Jahr waren es zwei erste Preise im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Lübeck (Klavier + Streichinstrument und Orgel solo), ein erster Preis mit Auszeichnung beim 12. Internationalen Karl-Adler-Wettbewerb in Stuttgart, den Klassikpreis des Westdeutschen Rundfunks in Münster und den mit einer hübschen Summe dotierten 1. Preis beim Internationalen Peter-Aab-Musikpreis in Nevers (Frankreich).
Mit Theresa Heidler, die im Stadtteil Oberau wohnt, führte Karl-Ernst Friederich (KEF) das folgende Gespräch.

Theresa Heidler

Interview mit Theresa Heidler weiterlesen

Einweihung Maria-Hilf-Saal

Auftakt der Einweihung des neuen Maria-Hilf-Saales war der festliche Gottesdienst. Daran anschließender erfolgte die Segnung des Gemeindehauses. Die im Rahmen dieser Einweihungsfeier auftretenden Redner betonten durchweg die gelungene Architektur durch das Architektenbüro Rothweiler + Färber. Auf dem neu entstandenen Campus von Kirche, Saal und Pfarrhaus sowie dem Gelände des ebenfalls recht neuen Kindergartens entwickelte sich ein sehr schönes Herbstfest der Gemeinde Maria Hilf, bei dem auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt war.

Der neue Maria-Hilf-Campus Foto: Thoma

Der Bürgerverein gratuliert noch einmal der Gemeinde Maria-Hilf zu seinem neuen Gemeindesaal und freut sich in Zukunft eventuell gemeinsame oder Bürgerverein bezogene Veranstaltungen in den neuen Räumlichkeiten abhalten zu können. Nicht vergessen wollen wir uns von dieser Stelle für die stets offene und faire Zusammenarbeit der vergangenen Jahre zu bedanken.

Hans Lehmann, BV

Eine Orgel zieht um…

von der Paulus- in die Friedenskirche

Im kommenden Jahr 2019 zieht ein Stück Freiburger Kirchenmusik-Geschichte in die Friedenskirche ein und kommt dort neu zum Klingen: die Orgel aus der Freiburger Pauluskirche. Im Jahr 1976 wurde für die Pauluskirche eine zweimanualige Orgel mit 28 Registern von der Firma Schuke gebaut. Professor Martin Gotthard Schneider hatte sich sehr für den Bau dieser Orgel eingesetzt.

Eine Orgel zieht um… weiterlesen

Nachbarschaftspflege

Gelebte Nachbarschaft erhöht die Lebensqualität im Stadtteil. An dieser Stelle wird im Bürgerblatt regelmäßig „Nachbarschaft“ als Thema aufgegriffen – konkrete Beispiele geben Anregungen, denn „Nachbarschaft ist machbar, Frau und Herr Nachbar“.
Neujahrsempfang der Nachbarschaftsbörse Am Donnerstag, den 24. Januar 2019 lädt die Nachbarschaftsbörse Freiburg Ost von 16:30 bis 18 Uhr zu einem Neujahrsempfang mit Brezeln und Getränken ins Begegnungszentrum Kreuzsteinäcker, Heinrich-Heine-Str. 10 ein. Wir freuen uns auf alle, die schon mitmachen und solche, die mal hereinschnuppern wollen. Wie schon beim letzten Fest im Herbst können Sie sich bei dieser Gelegenheit Nachbarn direkt kennenlernen und austauschen. Wir stellen Ihnen unsere Pläne für das Neue Jahr vor. Wer an diesem Tag nicht kann: Jeden Montag ist Sprechstunde der Nachbarschaftsbörse im Pflegedienstbüro der Heiliggeistspitalstiftung, Hansjakobstraße neben dem Café Ambrosia, von 16:30 bis 18:30 Uhr. Offene Treffen finden an jeden 4. Donnerstag im Monat von 16:30-18 Uhr statt.

Weitere Informationen: Telefon: 0171 – 3002157 (AB), Mail: nachbarschaftsboerse@gmx.de, www.nbb-fr-ost

Gabriele Hartmann

Alpenländische Adventsmusik 2018 – Das doppelte Original in Freiburg und Reute

Vor 30 Jahren brachte die Freiburger Städtepartnerschaft zu Innsbruck die Naviser
und Freiburger Musikanten zusammen. Seit damals ist es immer etwas ganz
Besonderes, gemeinsame Konzerte zu geben. Dieses Jahr ist es wieder soweit.

Am 8. Dezember 2018 um 18 Uhr in der Katholischen Kirche Reute &
9. Dezember 2019 um 18 Uhr in der Maria Hilf Kirche in Freiburg

werden Weisen und Lieder aus Bayern, Tirol, Südtirol, dem Salzburger Land und
der Schweiz auf den typisch alpenländischen Instrumenten gespielt und gesungen.
Vom Alphorn bis zur Zither werden zahlreiche Originalinstrumente dabei sein.
Und wenn Martin aus Navis seine Steirische Harmonika spielt, kann jeder Fan vom
kürzlich in Freiburg aufgetretenen Herbert Pixner die ähnlich große Begabung des
jungen Navisers genießen.
Wolfgang Feiler hat auch in diesem Jahr neue, wunderschöne Stücke aus den
Bergregionen gefunden und einstudiert. Mit den bekannten Melodien aus den
vergangenen Jahrzehnten versprechen die Konzerte die diesjährige Adventszeit
leuchtend und funkelnd einzuleuten. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei. Um
Spenden für die Organisation der Konzerte wird gebeten.

80 Jahre Novemberpogrom

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde auch in Freiburg die Synagoge in Brand gesetzt, weitere jüdische Einrichtungen beschädigt und Juden drangsaliert – angeblich als spontane Reaktion des Volkes auf das von Herschel Grynszpan verübte Attentat auf einen Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Paris, in Wirklichkeit aber sorgfältig geplant, wie beispielsweise ein Telegramm zeigt: „Sämtliche jüdische Geschäfte sind sofort von SA-Männern in Uniform zu zerstören. Nach der Zerstörung hat eine SA-Wache aufzuziehen, die dafür zu sorgen hat, dass keinerlei Wertgegenstände entwendet werden können. […] Die Presse ist heranzuziehen. Jüdische Synagogen sind sofort in Brand zu stecken, jüdische Symbole sind sicherzustellen. Die Feuerwehr darf nicht eingreifen. Es sind nur Wohnhäuser arischer Deutscher zu schützen, allerdings müssen die Juden raus, da Arier in den nächsten Tagen dort einziehen werden. […] Der Führer wünscht, dass die Polizei nicht eingreift. Sämtliche Juden sind zu entwaffnen. Bei Widerstand sofort über den Haufen schießen. An den zerstörten jüdischen Geschäften, Synagogen usw. sind Schilder anzubringen, mit etwa folgendem Text: ‚Rache für Mord an vom Rath. Tod dem internationalen Judentum. Keine Verständigung mit Völkern, die judenhörig sind.‘“ Damit hatte der staatlich gelenkte Antisemitismus eine neue Stufe erreicht. Auch Bürger in unseren Stadtteilen waren betroffen. Wir nennen einige Beispiele und orientieren uns dabei an den Stolpersteinen in unseres Stadtteilen (Projektleiterin für Freiburg: Marlis Meckel):

 Dr. Ernst Beck, * 1885 in Lörrach, (Gymnasial-)Professor, seit 1922 an der Lessingschule (Höhere Mädchenschule I) in Karlsruhe. Ein Tag vor Inkrafttreten des berüchtigten „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom Dienst suspendiert, jedoch als Weltkriegsteilnehmer zwei Monate später wieder in Dienst gestellt. Zum 1.1.1936 in Folge der „Nürnberger Gesetze“ endgültig in den Ruhestand versetzt und bald danach nach Freiburg, Vierlinden 1, gezogen. Nach dem Pogrom verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau verbracht, dort am 14.11.1938 angeblich auf der Flucht erschossen.
Max Bloch, * 1894 in Eichstetten, Kaufmann, seit 1926 in der Reichsgrafenstraße 16. 1936 in die Schweiz, später nach Frankreich geflohen und dort nach der Wehrmacht-Besetzung verhaftet und gefoltert, u. a. wurden ihm beide Augen ausgestochen. Er starb am 14.12.1943 in Nizza an den Misshandlungen. Carry Judas geb. Ramsfelder. Geboren am 14.5.1896 in Obbach (Kreis Schweinfurt), verheiratet mit Leopold Judas, wohnte Gresserstr. 17. Am 22.10.1940 nach Gurs deportiert, später ins KZ Drancy, am 20.11.1942 nach Auschwitz und dort ermordet. Ihr Sohn Kurt wurde Mitte 1942 von der jüdischen Kinderhilfsorganisation OSE (Œvre de Secours aux Enfants) aus dem Lager geschmuggelt, als „umherwandernder Jude“ in verschiedenen Heimen untergebracht, dort sexuell missbraucht und geschlagen, kam schließlich zu Verwandten in die USA und hat deshalb überlebt.
Prof. Dr. Alfred Loewy. Geboren am 20.6.1873 in Rawitsch (Provinz Posen), Studium der Mathematik, Promotion 1894 in München, 1897 Habilitation in Freiburg (als Jude in München nicht möglich), seit 1919 Ordinarius in Freiburg, wohnte Reichsgrafenstr. 14, 1933 von Heidegger (einem ehemaligen Schüler Loewys!) zwangspensioniert. Seit 1916 teilweise, seit 1928 völlig blind. Bei seiner Beerdigung – er starb am 25.1.1935 – war kaum einer seiner Kollegen anwesend. Seine Frau Therese geb. Neuberger kam über den Tod ihres Mannes nicht hinweg. Am 22.10.1940, dem Tag der Deportation, schnitt sie sich die Pulsadern auf und verstarb im Krankenhaus.
Dr. Edith Stein. Geboren am 12.10.1891 in Breslau, Studium der Philosophie, Promotion 1918 in Freiburg, wohnte Zasiusstr. 24. Seit 1922 katholisch, seit 1932 Dozentin in Münster, dort 1933 als „Nichtarierin“ entlassen, worauf sie Ordensschwester im Kölner Carmeliterinnen-Kloster wurde. 1938 in die Niederlande geflüchtet, dort am 2.8.1942 verhaftet und über verschiedene Lager nach Auschwitz deportiert und gleich nach ihrer Ankunft am 9.8.1942 ermordet. 1998 als Märtyrerin heiliggesprochen (Glasfenster im Münster).

K.-E. Friederich, BV

Leserinnenbrief

Info / Stellungnahme zur Wilhelm-Dürr-Staße

Über meine Bauherrschaft der Wilhelm-Str. 6 kenne ich die Bausubstanz gut:
Aus architektonischer Sicht sind die Häuser wunderbar, aber auch wunderbar klein, für Leute mit ganz geringem Einkommen geplant und gebaut, große Gärten; Hühnerställe, Waschhäuschen runden das Bild ab.
Die Baukosten waren sicher nicht hoch und doch gibt es ein sehr innovatives Detail an den Häusern, das ist das zweischalige Mauerwerkverbundsytem, eine technische Glanzleistung bis heute, durch die eingeschlossene Luft mit dem Ziegelmauerwerk ergibt ein sehr gute Isolierung und durch das gewählte Material, gebrannter Ton als Pufferspeicher ergibt sich eine besondere und vorteilhafte Wirkung auf das Raumklima, auch was die Regulierung der Luftfeuchtigkeit angeht, hier ein Wärmedämmverbundsystem aufzukleben wäre ein Sünde.
Leserinnenbrief weiterlesen

Polis – Recht auf Stadt

Wem gehört die Stadt und wie wollen wir wohnen?

Es ging hoch her im Kunstverein: vor über hundert Besuchern diskutierten auf dem Podium Klaus Theweleit (Kulturwissenschaftler und Autor), Bertold Albrecht (Mobile Akademie), Stefan Rost (Mietshäusersyndikat), Tomas Wald (Stadtsoziologe) und Frauke Stablo (Initiative “Wiehre für alle”) zum Thema: Stadtentwicklung Freiburg.

Entlang der Thesen des Soziologen und Philosophen Henri Lefebvre – “Das Recht auf Stadt”, Paris 1968 – reflektierten sie die Entwicklungen in Freiburg. Neubauen oder Verdichten, in die Höhe oder doch die Hänge herauf, oder vielleicht auch von allem etwas? Die eine Frage zielt auf Wachstum ab, die andere fragt nach bestehenden Strukturen. Diskutiert wurde wie und ob eine Baupolitik der „sozialen Verantwortung“ und Teilhabe umgesetzt werden kann. Wie können die Städte wieder bezahlbar werden? Als pars pro toto fokussierte man sich schnell auf die Rolle der Genossenschaften – und damit sind wir mitten in unserem Stadtteil.

Polis – Recht auf Stadt weiterlesen

Stand der Dinge in unserem Stadtteil

Vervollständigung der Bänke an der Nordseite der renaturierten Dreisam

Vier „gedoppelte“ und drei Einzelsitzbänke vervollständigen das Sitzangebot Foto: Lehmann

Nach der Fertigstellung der Renaturierungsarbeiten im Sommer 2013 konnten die 13 vor den Umbaumaßnahmen an der Nordseite stehenden Sitzbänke aufgrund ihres schlechten Zustandes nicht mehr verwendet werden. Der Bürgerverein organisierte daraufhin eine Spendenaktion, die dazu führte, dass in Zusammenarbeit mit der Stadt (GuT) ab der Saison 2015 sechs neue Bänke installiert werden konnten. (den damaligen Spender*innen noch einmal ein großes Dankeschön von dieser Stelle). Diese Zahl an Bänken entsprach jedoch in keiner Weise der starken Besucherfrequenz. Die Stadt sah sich außer Stande, die weiteren 7 fehlenden Bänke zu finanzieren. Der Bürgerverein hat nun mit den zugeteilten Stadtteil-Entwicklungs-Projektgeldern (STELL-Gelder) dafür gesorgt, dass ab Juli 2018 die ursprüngliche Zahl an Sitzbänken wieder erreicht wurde. Die durchweg positiven Rückmeldungen bestätigen die Richtigkeit des Projektgeld Einsatzes.

Fertigstellung des Familienheim Neubaus Ecke Tal-Falkensteinstraße

Stand der Dinge in unserem Stadtteil weiterlesen

UWC Interviews

Andrei Oltei stammt aus Târgoviște in Rumänien, der ehemaligen Hauptstadt der Walachei, heute mit rund 80 000 Einwohnern; sein Vater ist orthodoxer Priester, seine Mutter Medizinalassistentin. Er ist neu hier und teilt sein Zimmer mit Schülern aus Deutschland, Kanada und Simbabwe.

BBl: Warum bist du hier?
Andrei: Die meisten Rumänen wollen ins Ausland. Ich habe mich im Internet erkundigt und mich, trotz einer gewissen Skepsis, für ein UWC beworben, indem ich das entsprechende Formular ausgefüllt und ein Bewerbungsschreiben verfasst habe.
BBl: Wie verlief dann die Bewerbung?
Andrei: Ich wurde zusammen mit anderen Bewerbern ins italienische Kulturinstitut nach Bukarest eingeladen. Dort wurde ich von einer zehnköpfigen Kommission befragt, anschließend gab es ein Gruppeninterview mit zwölf Interessenten. Vier davon, darunter ich, wurden letztlich aufgenommen.
BBl: War Freiburg dein Wunschziel?
Andrei: Erste Option war Kanada, zweite war Freiburg. Insofern bin ich froh, dass ich hierhergekommen bin.
BBl: Was war für dich der auffälligste Unterschied zwischen Freiburg und deiner Heimatstadt?
Andrei: Die Vielfalt! Bei uns leben fast nur Rumänen.
BBl: Was planst du für die Zeit nach dieser Schule?
Andrei: Ein Studium der Politik, Philosophie und Wirtschaft, möglichst im englischsprachigen A usland.
BBl: Danke für das Gespräch, wir wünschen dir viel Erfolg!

Vlada Trofimtschuk stammt aus der Oblast Sumy im Nordosten der Ukraine. Ihr Vater ist Logistikmanager, ihre Mutter Ärztin. Sie ist jetzt im zweiten und damit letzten Schuljahr hier und teilt sich ihr Zimmer mit Schülerinnen aus Deutschland, den Philippinen und Uruguay.

BBl: Warum bist du hier?
Vlada: Ich habe mich aus eigener Initiative online beworben. Dazu musste ich zwei Aufsätze zu meiner Motivation schreiben, zwei Empfehlungsschreiben meiner Lehrer vorlegen und ein Telefon-Interview führen. Anschließend wurde ich nach Kiew zu einem Einzel- und einem Gruppeninterview eingeladen. Zu guter Letzt konnte ich in den Kreis der UWC-Schüler nachrücken.
BBl: Warum Freiburg?
Vlada: Das ist Zufall, ich hatte keine bestimmte Option.
BBl: Und wie ist es hier?
Vlada: Einfach toll; alle Welt ist hier versammelt.
BBl: Was sind deine Pläne nach dem Abschluss dieser Schule?
Vlada: Ich werde mich um ein Stipendium der Davis Scholarship bemühen, um Biologie oder Psychologie studieren zu können. [Anmerkung der Redaktion: Shelby Davis Scholarship, gegründet 2000 mit ursprünglich fünf, inzwischen 95 US-amerikanischen Hochschulen speziell für UWC-Absolventen.]
BBl: Wir wünschen dir viel Erfolg und weiterhin eine schöne Zeit in Freiburg.